Am Anfang war die Wahl…

… Am Ende soll alles bleiben wie es ist. Bloß keine Änderungen, so ist es am schönsten, schön zu berechnen und schön zu Leben. Da weiß man, was man hat.

Es waren am letzten Sonntag ja Landtagswahlen, da haben sich die Politischen Kommentatoren gefreut. Endlich Sommerloch vorbei, endlich Themen, die bewegen. Wir haben die Kraft, yes we can, frischer Wind mit neuen(!) Ideen… Sind die alten etwa zu alt? Hey, schön wärs. Nein, statt dessen werden olle Kamellen aus dem PR- Hut gezaubert, der uns allen klar machen soll, wo der Feind steht. Und der Feind ist Rot und kommt aus dem Osten, die berühmten Hunnen/Mongolen/Kommuistenhorden halt. Vor denen muß man sich schützen und dafür stehen die „Sozial-Demokraten“ der SPD.

Einer davon, der heisst Herr Matschie und ist Chef der (S)PD in Thüringen, dort ist seine „Volkspartei“ eine Splittergruppe, so ähnlich wie die Grünen oder die NPD, mit denen sie gut auf Augenhöhe liegt. Aber da man ja demokratisch ist, und Sozial noch dazu, verhindert man mit den Neoliberalen Wertkonservativen die Rote Flut, die unsere hübsche praktische Demokratie sonst hinweg fegen würde. Da interessiert es auch nicht, dass ein „Wahlversprechen“ ( „Oh, Sorry, ich habe mich `Versprochen`) gebrochen wird, oder dass es mal eine Zeit gab, wo man noch unterscheiden konnte und Farben vergab für die Art des Wertekanons, dem man anhing. Der eine war Rot und der andere Grün, dann gab es die Schwarzen und Braunen und so fort. Da wusste man noch, was man hat und wo man war. Man kannte sogar seine Feinde. Farben beißen sich, wusste schon der olle Goethe.

Heutzutage ist das alles ein bisschen anders. Die vermeintlich Roten sind neoliberaler als die Originale, und die Schwarzen fischen mit den Braunen im Deutschtümmlertum um die Wette. Werte adè, heute zählen Pfründe und nicht, was ich gestern versprach, um meinen Arsch in einen Luxuswagen zu hieven, wo mir dann gelackte PR-Profis erzählen, was ich zu sagen habe. Ich weiß, es ist schon ein hartes Brot, wenn ein Volksvertreter sich unters schwitzende, stinkende Volk mischen muß, um seine Volkstümlichkeit zu beweisen. Da ist man dann die nächste Legislatur kuriert und lässt lieber Sprechen, als selbst noch irgendwas zu sagen zu haben. So funktioniert das mit der Demokratie in diesem Land.

Sie ist wieder da, wo sie immer schon ihre größte Glorie aufgehangen hat, beim Begründer des deutschen Sozialstaats, dem großen Kanzler Bismarck.

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Author: vishnu on 6. September 2009
Category: Persönlichkeiten
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